News 2022

#5 : Inselhüpfer mit Höhen und Tiefen

19. - 23.04.2022: 4 Islands MTB Race (Kroatien)

Vier Inseln, 272 Kilometer, 5`900 Höhenmeter und unzählige Steine, das ist das 4 Islands in Kroatien, welches ich vor einer Woche mit meiner Teamkollegin Greete absolvierte. 

Auf der Insel Baska stand am Dienstag ein 13km langes Zeitfahren auf dem Programm, welches wir auf Rang 3 beendeten; mit Luft nach oben. 

Am Mittwoch starteten wir ebenfalls in Baska für die erste lange Etappe. Es war nicht unser bester Tag auf dem Bike und unsere Leistung war nicht die, die wir uns erhofften. Gegen aussen scheint der 2. Rang vielleicht sehr gut, wir waren aber dennoch enttäuscht darüber. Wir profitieren von Stürzen und Defekten anderer Teams und konnten aber mit unserer Performance nicht glücklich sein. Dies ist ein gutes Beispiel, wieso es mir im Sport nicht nur um Rangierungen geht. Um mit einem Rennen zufrieden zu sein zählt für mich die persönliche Leistung und nicht der Rang nach aussen. 

Für die Etappe 2 mussten wir am Morgen vor dem Start mit dem Auto und der Fähre auf die Insel Rab transferieren. Der Start war direkt aus der Fähre raus. Es war eine schnelle Strecke, die uns von Lopar nach Rab führte. Technisch schwierige Passagen suchte man vergebens, dafür gab es viele Schotterstrassen. Ich übernahm in der Fläche viel Führungsarbeit und so überquerten wir die Ziellinie in der Stadt Rab auf dem 2. Platz. Heute konnten wir uns über diese Platzierung freuen, war sie eigens verdient. 

Die Etappe 3 auf der Insel Cres wird wohl kein Teilnehmer so schnell vergessen. Es schüttete schon auf der Fährenfahrt wie aus Kübeln und war ziemlich garstig. Wiederum von der Fähre gestartet, erwartete uns zu Beginn ein steiler Aufstieg. Jedenfalls führte der dazu, dass man trotz Starkregen und kühlen Temperaturen ordentlich warm hatte. Auf dem Rest der Strecke fuhren wir durch unzählige knöcheltiefe Pfützen und über rutschige Steine. Wir hatten in den nassen Downhills unsere Freude, kamen gut voran und fuhren ein weiteres Mal auf den zweiten Platz. 

Für die Schlussetappe durften wir in Losinj zu Gast sein. Wir wollten nochmals 40km Vollgas geben und unseren zweiten Rang in der Gesamtwertung sicher ins Ziel bringen. Ich hatte 

super Beine und ging etwas zu euphorisch zur Sache. Mein Plan, die lange Singeltrail-Passage, auf welcher man nicht überholen konnte, von der Spitze aus in Angriff zu nehmen, ging zuerst gut auf. Leider fuhr ich aber etwas übermotiviert und viel zu schnell auf einen hohen Absatz zu: Plattfuss und gebrochene Felge bei Kilometer drei! Jetzt wurde es richtig hart für Körper und Kopf. Ich musste mich nun 12 Kilometer mit Plattfuss in die Feedzone schleppen. Wo immer möglich hielt ich mich am Trikot von Greete fest, damit wir etwas schneller vorankamen. Aber ja, trotz ihrer Hilfe und meinem Effort, 12 Kilometer auf der Felge kostete viel Zeit. Nach dem Radwechsel versuchten wir nochmals so schnell wie möglich ins Ziel zu fahren, aber leider hatten wir keine Chance mehr, den 2. Gesamtrang zu verteidigen. Im Ziel war ich ziemlich frustriert und enttäuscht über meinen unnötigen Fehler. Schlussendlich ergatterten wir uns in der Gesamtwertung noch den 3. Platz auf dem Podest. 

 

#4 : Zurück auf die Kurzdistanz

13.03.2022 & 03.04.2022: Swiss Bike Cup (Rickenbach) & Argovia Cup (Lostorf)

Momentan bereite ich mich auf die kommenden drei intensiven Rennmonate vor, in welchen zwei Etappenrennen und mehrere wichtige Eintagesrennen auf dem Plan stehen. Um die Beine dabei mal ordentlich zum Brennen zu bringen, startete ich trainingshalber an zwei Cross Country Rennen. 

 

Vor drei Wochen nahm ich beim Swiss Bike Cup in Rickenbach teil. Es erwartete uns eine neue Strecke mit vielen Höhenmeter aber nicht sonderlich vielen technischen Passagen. Am Start wurde erwartungsgemäss losgesprintet, was ich mir von den Marathonrennen nicht mehr so gewohnt war. Ich hatte etwas Mühe und verlor Plätze. Nach einer halben Runde war ich aber auch auf Betriebstemperatur und konnte mich schnell in die Top 10 nach vorne arbeiten. Mit konstanten Runden landete ich schliesslich auf dem 9. Rang. 

 

Gestern startete ich beim Argovia Cup in Lostorf. Ich mag das Rennen sehr und habe praktisch nur gute Erinnerungen daran. Etwas weniger Freude hatte ich beim Blick auf den Wetterbericht ;-). Aber ja, ändern lässt sich das Wetter nicht. Schlussendlich war es aber viel trockener als erwartet und die garstigen Temperaturen merkte man während dem Rennen kaum. 

Die erste Stunde des Rennens war zum Vergessen. Ich hatte keine Power in den Beinen und irgendwie wollte ich nicht so richtig in den „Rennmodus“ kommen. Der Gedanke, nochmals drei Runden fahren zu müssen, war nicht gerade motivierend. Da Aufgeben aber keine Option ist, kämpfte ich weiter. Und plötzlich, nach über einer Stunde, sprang mein Dieselmotor dann doch noch an. Ich kam immer besser in Fahrt und schaffte es tatsächlich, während den nächsten vierzig Minuten, mich von Platz 6 auf den zweiten Platz nach vorne zu kämpfen. 

 

#3 : Sechs Renntage und eine Überraschung

21. - 26.02.2022: Andalucia Bike Race, Jaén/Cordoba (Spanien)

Die letzte Woche stand das Andalucia Bike Race auf dem Programm. Dieses Rennen wurde im Zweierteam absolviert, was für mich eine völlig neue Erfahrung war. Zusammen mit meiner Teamkollegin Greete erreichten wir nach sechs Tagen, 358 Kilometern, 11`156 Höhenmetern und knapp 20 Stunden im Sattel den 4. Rang in der Gesamtwertung. 

Die ersten zwei Etappen führten uns durch die Welthauptstadt des Olivenöls Jaén. Die Landschaft ist wunderschön aber recht steil und so gab es viele Höhenmeter zu absolvieren. Für uns waren es zwei solide Tage, in welchen wir gegenseitig viel Lernen konnten, wie wir als Team am besten zusammenarbeiten. 

Die dritte Etappe war mit Start und Ziel in Andujar. Das Highlight der Etappe waren wunderschöne Singeltrailabfahrten, in welchen wir jeweils viel Zeit gut machen konnten, welche wir am Berg etwas eingebüsst hatten. 

Am Tag vier stand ein 30 Kilometer langes Zeitfahren auf dem Programm. Wie sich am Folgetag herausstellen wird, war dieser Tag für uns ein perfektes Einfahren für die längste Etappe. 

Am Freitag wartete also die Königsetappe auf uns. Wir gingen ganz bestimmt nicht als Topfavoritinnen ins Rennen. Nach einer soliden Startphase kämpften wir uns immer weiter nach vorne und konnten nach ca. 1 Stunde die Führung übernehmen. Im folgenden langen Aufstieg vergrösserten wir unseren Vorsprung und fuhren lange Zeit alleine an der Spitze. Bei Kilometer 60 erreichten wir das Herzstück der Etappe: ein 4 Kilometer langer Abschnitt über alte Bahngleise. Eine recht interessante und vor allem ruppige Erfahrung, mit dem Fahrrad über Gleise zu holpern. Auf diesem Abschnitt schloss das schweizerisch/südafrikanische Duo Lüthi/Wakefield wieder auf und so fuhren wir danach einige Kilometer zusammen. Wir konnten die beiden aber auf dem letzten Stück vor dem Ziel noch ein wenig distanzieren und uns nach 4 Stunden völlig überraschend den Tagessieg holen. Was für ein cooler Tag! 

Unserem Effort mussten wir am sechsten und letzten Tag zwar etwas Tribut zollen. Dennoch erreichten wir das Ziel in der Gesamtwertung auf dem 4. Platz und konnten wertvolle Erfahrungen für die nächsten Rennen sammeln. 

#2 : Der Saisonstart ist geglückt 

10. - 13.02.2022: Mediterranean Epic, Orpesa del Mar (Spanien)

Vom 10. bis 13. Februar nahm ich am Mediterranean Epic teil. Das erste Rennen der Saison und das erste Rennen im neuen Team ist immer etwas Spezielles. Es stand ein starkes Teilnehmerfeld am Start und so überraschte ich mich selbst doch ziemlich, dass ich in der Gesamtwertung hinter der Europameisterin und der Weltmeisterin auf das Podest steigen konnte. 

Am Tag 1 stand ein Einzelzeitfahren auf dem Programm – für mich eine völlig neue Erfahrung. Ich hatte einen super Tag und kam am Berg richtig gut voran. Als ich ausgepowert im Ziel ankam, glaubte ich zuerst gar nicht, dass ich wirklich 3. war, hatte ich doch der Weltmeisterin Richards eine Minute abgenommen. 

Am Tag 2 war ich von Anfang an in der Leadergruppe und führte das Rennen teilweise auch alleine an. Am Ende musste ich mich aber im Zielsprint gegen Richards geschlagen geben und landete wegen mickrigen Hundertstel auf dem undankbaren 4. Rang. 

Am Tag 3 stand die Königsetappe mit 93 Kilometern an. Die ersten 90 Minuten fuhr ich mit der Europameisterin Fischer alleine vorne weg, bevor ich dann aber den Anschluss verlor. Danach folgte eine lange, technische Abfahrt, wo ich mir einen Platten einfuhr. Ich konnte mich noch zur Techzone retten, rutschte aber auf Platz 3 zurück. Von da an kämpfte ich 2.5h alleine und sicherte mir ein weiteres Podest. 

Am Tag 4 ging es darum, den 3. Platz in der Gesamtwertung sicher ins Ziel zu bringen. Ich hatte auf der Schlussetappe nicht mehr viel Power und verlor an ungünstigen Stellen immer wieder den Anschluss zu den Führenden. Es reichte für den 4. Platz in der Tageswertung. Den 3. Platz in der Gesamtwertung konnte ich mir aber deutlich sichern. Und so durfte ich am Ende von vier harten Tagen nochmals mit der Europameisterin und der Weltmeisterin aufs Podest steigen und die Siegerehrung inklusive Feuerwerk so richtig geniessen. Der Saisonstart ist geglückt. 

#1 : Neue Saison - neues Team - neue Disziplin 

Es geht nicht mehr lange und die Saison 2022 startet. Auch wenn es hier in den letzten Wochen etwas ruhiger war, hat sich doch einiges getan. Es gibt in der neuen Saison einige Änderungen. 

Es freut mich sehr, zukünftig im Trikot des MTB Pro Merchandising Racing Team an den Start zu gehen. Das neue Rennbike habe ich schon ausgiebig getestet und auch die neu designten Trikots werden wir zum Saisonstart tragen. Neben dem Wechsel ins Team gibt es auch ein Wechsel der Disziplin. Da mir eine Renndauer von 90 Minuten im Cross Country je länger je mehr zu kurz wurde ;-), konzentriere ich mich fortan auf den Mountainbike Marathon. So wird es dieses Jahr viele Rennen geben, welche ich erstmals fahren werde. Ich bin gespannt was mich erwartet und freue mich sehr auf diese neuen Herausforderungen. 

In der Saison 2022 steht ein bunter Mix aus Eintages- und Mehrtagesrennen in ganz Europa auf dem Programm. Die wichtigsten Eintagesrennen finden mit den Schweizer-, Europa- und Weltmeisterschaften in Fribourg, Tschechien und Dänemark statt. Ein ganz persönliches Highlight steht im August auf dem Plan, wenn ich erstmals am Swiss Epic (Arosa, Laax, Davos) starte. 

Auf die ersten Renneinsätze muss ich aber nicht mehr lange warten. Am Freitag fliege ich nach Spanien, wo ich vom 10.-13.02. beim Mediterranean Epic in die neue Saison starte. Danach folgt eine Woche Training mit dem Team bevor ich zusammen mit meiner Teamkollegin Greete vom 21.-26.02. am Andalucia Bike Race teilnehme. 

Übersicht News 2022

# 1 : Neue Saison - neues Team - neue Disziplin
# 2 : Der Saisonstart ist geglückt
# 3 : Sechs Renntage und eine Überraschung
# 4 : Zurück auf die Kurzdistanz
# 5 : Inselhüpfer mit Höhen und Tiefen